Artists 2021

Artists 2021

Preisträgerinnen des RUNDGANG 50HERTZ im Jahr 2021 sind:
Paula Ábalos, Elena Greta Falcini und Annabel Häfner – Sie wurden aus 300 Bewerbungen von einer Jury ausgewählt.

Das Thema des diesjährigen RUNDGANG 50HERTZ lautet: Kunst studieren im Lockdown. Was passiert, wenn sich eigentlich nichts mehr ereignet und sich das soziale Leben ausschließlich in den Bereich des Virtuellen verlagert? Wie können Künstler*innen dieses Vakuum kreativ nutzen und wie wirken sich die einschränkenden Maßnahmen konkret auf die künstlerische Arbeit aus? Diese Fragen, die in den vergangenen Monaten mit der Schließung von Ateliers, Werkstätten und Hochschulen das Leben von Kunststudierenden gravierend geprägt haben, sind Ausgangspunkt des Rundgang 50Hertz, für den die Jury Paula Ábalos, Elena Greta Falcini und Annabel Häfner auswählte.

The prizewinners of the RUNDGANG 50HERTZ in 2021 are:
Paula Ábalos, Elena Greta Falcini and Annabel Häfner – They were selected by a jury from 300 applications.

The theme of this year’s RUNDGANG 50HERTZ is: studying art during lockdown. What happens when nothing more is actually happening and social life shifts exclusively into the virtual realm? How can artists make creative use of this vacuum, and how do the restrictive measures concretely impact their artistic work? These questions, which, with the closing of studios, workshops, and art academies in the past months, have significantly marked the lives of art students, are the point of departure for Rundgang 50Hertz, for which the jury chose Paula Ábalos, Elena Greta Falcini and Annabel Häfner.

PAULA ÁBALOS

PAULA ÁBALOS

In der Filmarbeit von Paula Ábalos (* 1989 in Santiago de Chile) geht es um eine Arbeitskraft, die nachts einsam und allein ein Fitnessstudio reinigt. Grossformatige Fotografien an den Wänden zeigen die Ergebnisse der zur Optimierung des Körpers bereitgestellten Geräte. Allgewaltig kontrastieren Idealbilder trainierter Körper von totalitärem Ausmass die einzig real anwesende Person im Raum, deren Erschöpfung mit der Reinigung eines jeden Gerätes zunimmt. Das Verhältnis zwischen diesen beiden Ebenen – zwischen abwesendem Idealbild und anwesendem Realbild – wird im Verlaufe der Nacht immer sonderbarer.

Paula Ábalos’ (born in 1989 in Santiago de Chile) film project is about a worker cleaning a fitness studio at night, solitary and alone. Large-scale photographs on the walls show the results of the machinery provided for optimising the body. Omnipotently, ideal images of trained bodies of totalitarian proportions contrast with the sole person truly present in the room, whose exhaustion increases with the cleaning of each machine. The relationship between these two levels – between absent ideal image and present real image – becomes ever more peculiar in the course of the night.

ELENA GRETA FALCINI

ELENA GRETA FALCINI

Elena Greta Falcini (* 1986 in Eggenfelden) ist fasziniert von der Alchemie. Sie erforscht und erfindet unterschiedliche Materialien, die sie nachts aus geheimnisvollen Ingredienzien in ihrem Atelier zusammenbraut. Dieser Schaffensprozess wird begleitet von Fragen wie: Was ist Material? Wie zeigt es sich? Ist es autonom? Getrieben von einem Erkenntnisinteresse nach den Bedingungen der Entstehung und Beschaffenheit von Materialität an sich geht Falcini den Dingen auf den Grund. Sie beauftragt ein Forschungsinstitut, das von ihr erfundene Material zu entschlüsseln und in eine wissenschaftliche Formel zu übersetzen. Das laborähnliche Setting dieser Erkundung ist genauso Teil ihrer Installation, wie ihre von den Experimenten gezeichneten Arbeitsschuhe.

Elena Greta Falcini (born in 1986 in Eggenfelden) is fascinated by alchemy. She researches and invents various materials that she concocts at night in her studio out of mysterious ingredients. This creative process is accompanied by questions like: What is material? How does it arise? Is it autonomous? Driven by an epistemological interest in the conditions of the origin and properties of materiality per se, Falcini gets to the bottom of things. She engages a research institute to decipher the material she has invented and translate it into a scientific formula. The laboratory-like setting of this exploration is just as much part of her installation as her working shoes, which are marked by the experiments.

ANNABELL HÄFNER

ANNABELL HÄFNER

Annabell Häfner (* 1993 in Bonn) malt «Nicht-Orte». Der französische Ethnologe und Anthropologe Marc Augé hat 1992 ein Buch mit demselben Titel über dieses in einer globalisierten Welt aufscheinende Phänomen verfasst. «Nicht-Orte» sind anonyme Orte, ohne individuelle Identität, die Menschen nur kurz passieren. Hier entstehen keine sozialen Beziehungen, es sind gleichförmige Orte, an denen man nicht selten auf sich selbst zurückgeworfen wird. Von diesen sogenannten Transiträumen (dazu zählen Bahnhöfe, Flughäfen, Raststellen, Einkaufszentren etc.) wählt Annabell Häfner Hotelzimmer aus. Sie übersetzt den Charakter der sogenannten «Nicht-Orte» in ihre Malweise. Flüchtigkeit und Geschwindigkeit bestimmen den Duktus. Schicht für Schicht entfernt sie sich immer mehr vom Motiv des Hotelzimmers. Auf diese Weise entstehen atmosphärische Farb-Orte.

Annabell Häfner (born in 1993 in Bonn) paints “non-places”. The French ethnologist and anthropologist Marc Augé published a book of the same title in 1992 about this phenomenon that occurs in a globalised world. “Non-places” are anonymous places, places without individual identity that people pass through just briefly. No social relationships develop here; they are uniform places where one is thrown back on oneself. From among these so-called transit spaces (which include train stations, airports, rest stops, shopping centres, etc.) Annabell Häfner selects hotel rooms. She translates the character of the so-called “non-places” into her painting style. Ephemerality and speed define the characteristic style. Layer by layer, she distances herself ever more from the motif of the hotel room. In this way, atmospheric colour places emerge.

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